
Wer kann (0)900er-Rufnummern beantragen?
Jeder, der die Einrichtung einer Rufnummer für PRD bei einem Betreiber eines TK-Netzes beauftragen will und Premium-Rate Dienste anbieten möchte.
Wo und wie kann man eine (0)900er-Rufnummer beantragen?
Um Ihre 0900-Nummer zu beauftragen sind zwei Schritte nötig:
1. Beauftragen Sie die Schaltung Ihrer 0900-Nummer durch nummerndirekt.
2. Danach beantragen Sie Ihre 0900-Nummer bei der Bundesnetzagentur (BNetzA). Füllen Sie dazu den Antrag der Bundesnetzagentur aus und senden diesen direkt an die BNetzA. Einmal von der BNetzA zugeteilt, gehört Ihnen die Nummer ein Leben lang.
Antrag 0900-Servicenummer (BNetzA)
Welche Dienstekennzahlen stehen zur Verfügung?
Derzeit stehen drei Kennzahlen zur Verfügung. Diese kennzeichnen die Arte des Dienstes: 0900-1 für Informationsdienste, 0900-3 für Unterhaltungsdienste und 0900-5 für sonstige Dienste
Kann man auch eine (0)900er-Vanity-Nummer beantragen?
Ja, wobei Antragsteller mit einem eingetragenen Schutz- oder Namensrecht an einem mittels der Teilnehmerrufnummer darstellbaren Begriff bei der Zuteilung bevorrechtigt sind. Wer eine Bevorrechtigung geltend machen will, muss zum Nachweis des Schutz- oder Namensrechts dem Antrag eine aussagekräftige Urkunde oder Bescheinigung beifügen.
Was kostet die Zuteilung einer (0)900er-Rufnummer?
Für die Zuteilung einer Rufnummer für Premium-Rate-Dienste wird eine einmalige Gebühr von 62,50 EUR erhoben. Diese Gebühr ist in der Telekommunikations-NummernGebührenverordnung (TNGebV) festgelegt.
Was kostet der Anruf bei einer (0)900er-Rufnummer?
Gibt es verschiedene Tarife?
Den Endkundentarif für Ihre 0900-Nummer können Sie selbst festlegen. Sie können dabei zwischen Minutentarifen bis max. 2 EUR und Blocktarifen bis 30 EUR auswählen. Allerdings muss eine für den Anrufer kostenfreie Tarifansage über den aus nationalen öffentlichen Festnetzen zu zahlenden Tarif angesagt werden. Bei Telefax- oder Datendiensten muss der Tarif und die Zahl der Seiten bzw. die Grösse der Dateien auf dem ersten Viertel der ersten Seite des Telefax bzw. in der Meldezeile übertragen werden.
Die Tarife für die Erreichbarkeit aus den Mobilfunknetzen sind von den Betreibern (T-Mobile, Vodafone, E-Plus und O2) vorgegeben. Die jeweiligen Endnutzertarife ergeben sich u.a. aus den Tarifclustern zuzüglich eines Preisaufschlages des Mobilfunknetzbetreibers und Mehrwertsteuer. Die Einrichtung muss separat beauftragt werden.
Wie erfolgt die Abrechnung meiner 0900-Nummer?
Die Abrechnung erfolgt einfach über die Teilnehmernetzbetreiber (Deutsche Telekom, Mobilfunk-Netzbetreiber sowie alternative Carrier). Die Abrechnungsbeträge pro 0900-Anruf werden auf der T-Com Rechnung des Anrufers abgebildet und von der T-Com an nummerndirekt ausgezahlt. Sie erhalten entsprechend des eingestellten Tarifs Ihre Vergütung. Die Auszahlung erfolgt 5 Wochen nach Abrechnung.
Wie erfolgt das Mahnwesen, wenn einzelne Anrufer nicht zahlen?
Wenn einzelne Anrufer auf 0900-Nummern nicht zahlen sollten, leitet die T-Com die Daten an uns weiter und bucht die Beträge aus. Gemäss den Abrechnungsdaten führen wir über unser Clearing-Haus das Mahnwesen durch. Dabei erhält der Kunde zwei Mahnungen und ggf. wird das Telefoninkasso veranlasst. Die Beträge werden bei Nichtzahlern Ihnen gegenüber als Rückbelastungen abgerechnet. Bei Beträgen > 200 EUR führen wir ein gerichtliches Inkasso durch.
Was ist die Sicherheitsreserve und wann wird diese abgerechnet?
Sie erhalten Ihre Vergütung 5 Wochen nach Abrechnung. Dabei erfolgt die Zahlung mit Abzug der Sicherheitsreserve. Diese dient für etwaige Rückbelastungen für Ihre 0900-Anrufe. Die Reserve wird jeweils 6 Wochen nach Abrechnung mit den Rückbelastungen verrechnet. Die nachträglichen Zahlungen der Anrufer werden Ihnen gutgeschrieben.
Nach 3 Monaten wird der Satz Ihrer Sicherheitsreserve überprüft und entsprechend der Rückbelastungen herabgesetzt.
Gibt es Vorschriften über die Nutzung von (0)900er-Rufnummern?
Rufnummern für den PRD beginnen mit einer vierstelligen Dienstekennzahl (inklusive der Inhaltekennung), der das Prefix (0) vorangestellt wird. Die Bereitstellung von drei Kennzahlen 0900-1, 0900-3 und 0900-5 soll es Antragstellern ermöglichen, sich dem "Verhaltenskodex für Telefonmehrwertdienste" des FST zu unterwerfen. Nach dem Kodex dient die letzte Ziffer der Dienstekennzahl der Unterscheidung von Inhalten.
Wobei 0900-1 für Information, 0900-3 für Unterhaltung und 0900-5 für übrige Dienste steht. Die Zuordnung eines Inhalts zu einer Dienstekennzahl liegt nicht in der Zuständigkeit der Bundesnetzagentur.
Wer überwacht die Einhaltung des Verhaltenskodex?
Eine Inhalteprüfung durch die Bundesnetzagentur ist nicht vorgesehen. Insofern ist der Antragsteller für die korrekte Einordnung seines Dienstes verantwortlich.
Können auch Rufnummernblöcke (RNB) beantragt werden?
Nein, 0900-Rufnummern für PRD werden einzeln zugeteilt. Sofern mehrere aufeinanderfolgende Teilnehmerrufnummern gewünscht werden, müssen auch diese einzeln beantragt werden. Wenn eine grössere Anzahl von Rufnummern für PRD benötigt wird, kann ggf. eine Vereinbarung über ein Dateiformat mit der Bundesnetzagentur abgeschlossen werden.